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pirated
spaces - informal architecture
ufo
belgrade
transformers
III
Diese Sammlung von Arbeiten präsentiert das
derzeitige Spektrum der Unentschiedenheit in Belgrads Suche nach einer
neuen Identität. Die Stadt wird zu einer Theatergruppe ohne Drehbuch.
Nach einem halben Jahrhundert mit Titos liberalem Kommunismus, Milosovics
introvertiertem Nationalismus, der offenen Volksrevolte und dem Bedürfnis,
die Welt wieder zu vereinigen, zeigen diese Werke die umfangreichen Bemühungen
hinsichtlich eines Traumes einer eindeutigen Position gegenüber
dem aktuellen Nordatlantikbündnis.
Die Komplexität der unterschiedllichen Bevölkerungsgruppen
und der Geschichte wird nun als Last empfunden, als ein Hindernis für
die Integration in die Europäische Union. UFO Belgrade zeigt eine
Bandbreite an persönlichen und kollektiven Analysen von Ambitionen
und Sehnsüchten für eine Neuerfindung der Stadt. Diese Neuentwicklung
ist jedoch nicht umgehend zu realisieren und scheint sich auf unbestimmte
Zeit zu verschieben. Die Resultate der unterschiedlichen Fragestellungen,
die von diesen Kunst- und Architekturprojekten aufgeworfen werden, gleichen
einem Nebel: scheinbar für ewig in der Luft hängend, aber nur
unter bestimmtem Licht sichtbar, meistens wenn niemand weiter da ist.
Die Vernebelung jeglicher klarer Aussicht (an dieser Stelle meinen wir
die klare Zukunft der Stadt) passiert innerhalb einiger verschwommener,
unkoordinierter Versuche. Die Schönheit dieses schlampigen Prozesses
liegt nicht im Neulesen der Vergangenheit, sondern im Verstehen der Gegenwart,
was wiederum für eine urbane Bühne der erwünschten Zukunft
steht, die jetzt gewesen sein soll.
UFO Belgrade führt diese Unentschiedenheit der Stadt fort und entdeckt
dabei eine neue Schönheit, die frei von Vorkonzeptionierungen des
üblichen urbanen Lebens, ohne angepasste Geschichte und passende
Ideologie, existiert.
Jegliches Verlangen nach einer Redefinition von Stadt im Ganzen bringt
immer die unerwartete Möglichkeit mit sich, etwas völlig Gegensätzliches
oder Abwegiges miteinander zu vereinen. Es erscheint wie der Unterschied
zwischen einem großen Feld, auf das sich Leute mit der Erwartung
auf ein Ereignis begeben und einem Hinterhof, in den ein UFO unbemerkt
fallen könnte. Letzteres könnte neben einem illegal gebauten
Haus am Rande der Stadt passieren. Das noch funktionierende High Tech-Fahrzeug,
das zwischen halbfertigen Backsteinhäusern abstürzte, ist durcheinander
geraten. Wenn man sich auf diese außerirdischen Bedingungen
einlassen will, muss man die skrupelose Welt vergessen und sich eine Alternative
zu den schönen Filmen, in denen immer UFOs in Nordamerika landen,
ausmalen. In Wirklichkeit kann sehr wohl ein UFO auf ein Favela oder in
andere funktionierende Chaosgebiete des städtischen Verfalls
stürzen. Wenn man sich nun mit dem Alien auseinandersetzt, wird die
Stadt mit der Frage konfrontiert, was als nächstes zu tun ist: Soll
der Unbekannte verkauft werden? Soll man das zerbrochene Wrack
als die mystische Erinnerung einer Begegnung bewahren?
Das UFO verspricht keine Erleuchtung. Im UFO wird nicht eindeutig klar,
was links oder rechts ist, progressiv oder konservativ, radikal oder angepasst,
gemeinschaftsorientiert oder individualistisch, sekulär oder religiös,
gegen oder für das System arbeitet. Umgeben vom Nebel, abgeschottet
vom Außen, gibt es keine Distanz, aus der man sich einen Überblick
verschaffen kann, und es offenbart sich nur ein Nebel von
nichtklassifizierbaren Aktionen, die zur Antriebskraft sozialer Aktivitäten
werden. Licht kann durch die Dunkelheit, aber nicht durch Nebel führen.
Hier funktionieren die klassischen westlichen Muster der Aufklärung
nicht. Der Nebel ist eine Art Überproduktion und sehr real ... in
dem Dinge und Städte auch verschwinden können.
Kuratoren: Srdjan Jovanovic Weiss, Stevan Vukovic, Katherine Carl, Sabine
von Fischer
künstler
Bas
Princen photographer/Rotterdam
Bojan
Boric, Jelena Mijanovic with Mikser-Igor Stoimenov, Maja Vidakovic,
Stockholm/Belgrade
Branislav
Dimitrijevic writer/curator/Museum of Contemporary Arts/Belgrade
Grupa
ŠKART Dragan Protic & Djordje Balmazovic, artists/Belgrade
Ivan
Kucina Faculty of Architecture, University of Belgrade
Mihael
Milunovic artist/Belgrade
Milorad
Mladenovic artist/Paris/Belgrade
Nataša
Teofilovic artist/architect/Belgrade
NORMAL
GROUP for Architecture, Srdjan Jovanovic Weiss & Sabine v. Fischer,
Zurich/New York
STEALTH
Group Ana Džokic, Marc Neelen, Milica Topalovic & Ivan Kucina,
Rotterdam/Belgrade
Stevan
Vukovic writer/curator/Belgrade
Freitag,
7. November, 19:00
Talks: ufo belgrade with Srdjan Jovanovic
Weiss, Stevan Vukovic, Katherine Carl & Ivan Kucina in conversation
with Berlin critics and artists.
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